Geschichte im Essener Norden

 

Vom Kettenbuch zum Tango del Gruga
Aus der Geschichte des Bauernhofes Barkhof in Katernberg

 

Als in der Presse zu lesen war, der Erlebnisbauerhof in der Gruga, soll mit dem historischen Fachwerk des abgerissenen Gehöftes des Barkhofes errichtet werden, wurden Bürger aufgefordert ihr Wissen über diesen alten Bauerhof, im Essener Norden, mit zu teilen!
Die erste Nennung 1332 ist im „Kettenbuch“ des Stiftes Essen. Der Barkhof hatte  Schweine und Hafer an das Frauenstift zu liefern und wurde Küchengut der Stifts - Damen.

Eine weitere Nennung war im Bericht des Grenzganges aus Anlass des Besitzerwechsels des Schloss Horst, als die Fürstenbergs Nachbarn der „Barkhofs Wiesen“ wurden, am 30.7.1706 und dieser „Snatgang“ protokolliert wurde.

Auf der berühmten Karte des Mayor Lecoq aus dem Jahr 1805 ist der Barkhof und sein Nachbar Kuhlhof deutlich eingezeichnet. Die alten Begriffe, Barkhofs Busch und Barkhofer „Haide“ fanden bei den Bewohnern des Gebietes tiefe Verwurzelung im Sprachgebrauch.

Im Zuge der Markenauflösung der Viehofer Mark wurde die Familie des Hofaufsitzers nun Eigentümer des Besitztums. Februar 1876 bat der Gutsbesitzer Johann Barkhof, mit der Eingabe von Bauzeichnungen um Genehmigung zur Errichtung eines modernen Kuhstalls. Adressat war der Bürgermeister Hoeren in Stoppenberg.

Aber schon im Jahre 1896 wurde durch die Zechengesellschaft „Hibernia“ eine Bergarbeiter- siedlung „auf dem Gelände das Colon Barkhof“, gebaut. Die Landwirtsfamilie baute ein neues Wohnhaus etwas südlicher der Bahntrasse der BME. (Bergisch-Märkische-Eisenbahn) Es war dann später ein Verwaltungsgebäude der Firma Olsberg.

Im Jahre 1908 bat die Hibernia, um Genehmigung zum Aufbau das bei einem Brand zerstörten Gehöftes. Nun wohnten Bergleute auf dem Barkhof, aber auch der beliebte Polizeimeister Püschel, der Wache Katernberg.


Ansicht des Bauernhofes Barkhof von Süden in den 1960er Jahren
Originalfoto von Hugo Rieth
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Neben dem Gehöft gingen die Schüler der Siedlung zur „Theod. Körner Schule“. Das Gebäude wurde im II. Weltkrieg zerstört. Heute findet man auf dem Hofgelände eine Hundeschule.


Der Kreis der Bewohner schließt sich mit dem beliebten Musiker Ferdinand Kisovar. Dieser begabte Folkwangkünstler lebte einige Zeit mit seinen Eltern auf dem Hof. Als Leiter des Bandonionorchesters Essen hat er den Bürgern viele schöne Musikstunden bereitet. Seine Komposition und die daraus entstandene CD machen immer noch Freude, vor allen Dingen der Tango del Gruga.



Quellen: 

Archiv Barkhofsiedlung,  Essener Beiträge, Griese – Schloss Horst, W. Pryzibilla – Feuerwehr, Bandonionorchester Essen


17. August 2017,  Werner Bussick,  Altenessener Geschichtskreis